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Hitze & Gesundheit
HITZESCHUTZ///
Wissenschaftlich fundiert · Quellenbasiert

Überleben bei
30°+

Hitzewellen sind die tödlichste Form von Extremwetter in Europa. Allein im Sommer 2024 starben 62.775 Menschen an den Folgen extremer Hitze. Die gute Nachricht: Die meisten Hitzetoten sind durch richtiges Verhalten vermeidbar.

EUROPA 2024
62.775

Hitzebedingte Todesfälle

Nature Medicine, Janoš et al. (2025)

67.873 2022
50.798 2023
62.775 2024 ← heißestes Jahr
Summe 2022–2024: 181.000+ Todesfälle
Deutscher Wetterdienst

Das Hitzewarn-
system

1
Warnstufe

Starke Wärmebelastung

Gefühlte Temperatur >32°C an zwei Tagen in Folge, zusätzlich nur geringe nächtliche Abkühlung der Wohnräume.

Schwellenwert variiert saisonal (Frühsommer niedriger, Hochsommer höher) durch Akklimatisationseffekt.

!
Warnstufe

Extreme Wärmebelastung

Gefühlte Temperatur >38°C am frühen Nachmittag. Für ältere Menschen bereits ab 36°C eine extreme Belastung.

Warnungen gelten für den aktuellen und folgenden Tag. Herausgabe täglich bis 10:00 Uhr.

Quelle: DWD — Hitzewarnsystem (2025), Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung Freiburg

5 Kernempfehlungen

Was tun bei
30°+?

01

Aufenthalt anpassen

Zwischen 11–18 Uhr möglichst drinnen bleiben. Draußen Schatten suchen — in der Sonne kann es 10–15°C heißer sein.

WHO, CDC, BZgA

02

Trinken, trinken, trinken

2–3 Liter täglich: Wasser, ungesüßte Tees, Saftschorlen. Kein Alkohol, wenig Koffein, keine zuckerhaltigen Getränke.

WHO, RKI, CDC

03

Körper kühlen

Kühle Duschen, Fußbäder, feuchte Tücher auf Haut. Leichte, helle, luftige Kleidung tragen. Kopf schützen.

WHO, Umweltbundesamt

04

Wohnung kühl halten

Nachts/frühmorgens lüften. Tagsüber Fenster schließen, mit Jalousien abdunkeln. Elektrogeräte ausschalten.

WHO, CDC, BZgA

05

Auf andere achten

Ältere, Kinder, Kranke regelmäßig checken. Niemals Kinder oder Tiere in parkierten Fahrzeugen lassen.

WHO, CDC, DRK

Deutschland

Hitzetote in Deutschland

2018 ~8.700
2019 ~6.900
2020 ~3.700
2022 ~4.500
2024 ~3.000+

2018–2020: >19.000 Sterbefälle (RKI/DWD/UBA, Deutsches Ärzteblatt 2022)

Wichtig zu wissen

Hitze wird nur selten als direkte Todesursache auf dem Totenschein vermerkt. Das Robert Koch-Institut (RKI) verwendet daher statistische Modelle, die Temperaturdaten des DWD mit Mortalitätsdaten kombinieren, um die tatsächliche Anzahl hitzebedingter Sterbefälle zu schätzen.

Die höchste je gemessene Zahl in Deutschland: ~10.000 hitzebedingte Sterbefälle in den Sommern 1994 und 2003. Der Sommer 2003 führte europaweit zu über 70.000 zusätzlichen Todesfällen.

Quelle: RKI Sachstandsbericht 2023, Epidemiologisches Bulletin

Besonders gefährdet

Vulnerable
Gruppen

65+

Ältere Menschen

Eingeschränkte Thermoregulation, vermindertes Durstgefühl, oft Vorerkrankungen. Höchste Mortalitätsrate aller Gruppen.

KID

Kinder & Säuglinge

Körperoberfläche im Verhältnis zum Volumen größer — erwärmen sich schneller. Können sich nicht selbst helfen.

MD

Chronisch Kranke

Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nierenerkrankungen, Diabetes, psychische Erkrankungen — Hitze verschlimmert bestehende Leiden.

PRG

Schwangere

Erhöhte Stoffwechselrate und Kreislaufbelastung. Hitze erhöht Risiko für Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht.

OUT

Außenarbeitende

Bau, Landwirtschaft, Feuerwehr. Körperliche Arbeit bei Hitze = siebenfach erhöhtes Risiko für Hitzekrankheit bei WBGT >23°C.

MED

Medikamenten-Patienten

Diuretika, Antihypertensiva, Antidepressiva, Antipsychotika können Hitzetoleranz beeinträchtigen. Ärztliche Rücksprache notwendig.

Jetzt informieren

Hitze tötet — aber nicht zwangsläufig. Richtiges Verhalten rettet Leben.